Betriebsstatus: OK

Störungsfreier Betrieb.

Für weitergehende Informationen bitte hier klicken.

Sie sind hier:

Geschichte der Wärmelieferungsgenossenschaft Fürstenschlag e.G. Altdorf

Die „Parkwohnanlage Fürstenschlag“ war ein Demonstrativbauvorhaben des Bundeswohnungsministeriums, bei dem von vornherein eine Versorgung mit Fernwärme und eine gemeinsame Antennenanlage geplant war. Bauträger war die Grund- und Hausbesitz GmbH, Nürnberg, die auch von 1969 bis 1973 die Fernwärmeversorgung betrieb. Baubeginn war etwa 1967.

1973 war der erste Bauabschnitt, der den westlichen Teil der Siedlung – von der Schwaben Straße bis zur Pfälzer Straße – umfasst, vollendet.

Aus wirtschaftlichen Gründen wollte sich die Grund- und Hausbesitz GmbH aus dem gesamten Bauvorhaben zurückziehen. Das betraf auch das bestehende Heizhaus, das an die Stadt Altdorf oder an eine Mineralölgesellschaft verkauft werden sollte. Der geforderte Preis betrug 470.000.- DM.

Die Sorge zum Spielball wirtschaftlicher Interessen zu werden, führte zur Idee, das Heizwerk in Form einer Genossenschaft von den Wohnungseigentümern selbst zu betreiben. Zusammen mit dem Fürstenschlag-Verein wurde dieses Vorhaben vorangetrieben und mit der Gründungsversammlung am 12. September 1973 die WLG ins Leben gerufen.

Der Kaufpreis für die Heizungsanlage betrug letztlich 455.000.- DM, dem durch verschiedene Investitionen (Kamin, zweiter Ölkessel), die von der Fa. EIWO Bau, Nürnberg, getragen wurden, ein Gesamtwert von ca. 1,2 Mio. DM gegenüber stand.

Einschneidendes Ereignis war die im Herbst 1973 einsetzende „Ölkrise“. Durch den sprunghaften Anstieg der Heizölpreise stiegen die Vorauszahlungen zwischen Herbst 1973 und Frühjahr 1974 um nahezu das 4-fache.

Die installierte Wärmeleistung betrug zum Gründungszeitpunkt 1974 ca. 2.160 KW. Bedingt durch die weitere Bebauung bis 1999 stieg diese auf ca. 5.815 kW.

Nach umfangreichen wirtschaftlichen Untersuchungen wurde 2006 der Bau eines Biomasse-Heizwerks beschlossen. Baubeginn war im Herbst 2006. Angefahren wurde der Hackschnitzel-Kessel im Sommer 2007. Die Baukosten betrugen ca. 500.000 €. Die Leistung des Biomassekessels beträgt 800 kW.

Seitdem übernimmt dieser Kessel die Grundlast. Die vorhandenen Ölbrenner dienen nur noch der Spitzenlastabdeckung und als Ausfallersatz. Über eine Heizperiode hinweg übernimmt der Biomasse-Kessel ca. 70% der Gesamtproduktion.

Um weitere Primärenergie einsparen zu können, wurden 2012 ein Pufferspeicher und ein mit Heizöl betriebenes Blockheizkraftwerk (BHKW) mit 30 kW elektrischer Leistung in Betrieb genommen. Das BHKW dient vor allem der eigenen Stromerzeugung. Die dabei anfallende Abwärme wird für die Wärmeproduktion genutzt. 

Die Gemeinschaftsantenne, die nur den von der Grund- und Hausbesitz GmbH gebauten Teil der Siedlung versorgt (Bauabschnitt 1) und ursprünglich rein terrestrisch empfing (Antenne), wurde im weiteren Verlauf auf Satellitenempfang umgestellt.
Im Jahre 2012 wurde die analoge Ausstrahlung bundesweit eingestellt. Seitdem werden einige wichtige Programme von der WLG selbst analog umgesetzt. Damit können auch Abnehmer, die noch mit analogen Geräten ausgestattet sind, diese ohne zusätzlichen Aufwand benutzen.